Exkursion am Sulzbürg

Zum 2. Mal veranstaltete der Kulturverein Mühlhausen e.V. am Sonntag, 11. September 2011, bei herrlichem Spätsommerwetter eine "Exkursion am Sulzbürg". Ziel dieser Exkursion war der Schloßberg, einer der sechs Zeugenberge im Landkreis.
Unerwartet groß war dann die Anzahl der Teilnehmer, die 1. Vorsitzender Manfred Schreiner und Dr. Heide Inhetveen, die Führerin der Exkursion, am Schloßberg begrüßen konnte.


Frau Dr. Inhetveen sprach am Anfang der Führung über die Geologie und die Entstehung des Schloßbergs und des Flurnamens dieser Erhebung. Diese nennt sich "Point", ein Name der sich aus dem althochdeutschen Wort "beyond" ableitet. Das beeutet, dass hier die Landwirtschaft unabhängig betrieben werden konnte und keiner Regelung unterworfen war. Gerade im Zusammenhang mit Fürstensitzen fällt immer wieder der Flurname "Point".

Anschließend lenkte sie die Teilnehmer zum Kinderspielplatz, wo sie über die Geschichte der Besiedelung des Schloßbergs erzählte. So sind z.B. die ältesten Zeugnisse einer Ansiedlung auf der Point ca. 6000 Jahre alt. Weitere wertvolle Aufschlüsse ergaben Grabungen Anfang des 21. Jahrhunderts. Leider, so Dr. Inhetveen, sind diese bemerkenswerten Zeugnisse der frühen Besiedlung durch die Kelten nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und sind in irgendwelchen Kellern unserer Landeshauptstadt unter Verschluss. Auf einem Rundgang um die alten Keltenwälle konnten die Gäste dann sehen, warum gerade dieser exponierte Berg so früh schon Siedler anzog. Beherrscht man doch so das ganze Sulztal, durch das schon zu Frühzeiten eine wichtige Handelsroute führte. Auch die umliegende Gegend kann man hier gut erkennen. Trotzdem wurde der Berg immer wieder von feindlichen Truppen erstürmt und geplündert.

Die nächste Station war die evangelische Schloßkirche. Diese ist neben dem Torwärterhaus und einem Nebengebäude das letzte Überbleibsel des einst mächtigen Schloßes "Obersulzbürg". Frau Dr. Inhetveen erzählte über die Geschichte dieser barocken Kirche, die einige Besonderheiten bietet. Nebenbei erfuhren die Teilnehmer auch sehr viel über das einst mächtige Geschlecht der "Wolfsteiner". Diese waren von den Anfängen im 12. Jahrhundert bis zum Erlöschen des Geschlechts im 18. Jahrhunderts ein in ganz Bayern geachtetes Adelshaus, das die Reformation in seinem Herrschaftsgebiet einführte und verteidigte, Exilanten aus Österreich, dem "Land ob der Enns" Asyl gewährte und den Juden eine sichere Heimat gab. Einige Mitglieder dieses Herrscherhauses sind in der Krypta beigesetzt. Diese Krypta, die vor einigen Jahren aufwendig und geschmackvoll restauriert wurde, war dann auch ein Ziel der Exkursion.

Zum Schluss der kleinen Wanderung referierte Frau Dr. Inhetveen dann noch über die katholische Pfarrkirche, die im Zuge der Gegenreformation erbaut wurde. Für einige Teilnehmer neu war die Tatsache, dass hier zu früheren Zeiten eine Wallfahrt zu einem Gnadenbild existierte. Auch der Turm der barocken Kirche wurde im 19. Jahrhundert von einem Neumarkter Baumeister abgetragen und an entgegengesetzter Stelle am Kirchschiff neu aufgebaut.

Nach ca. 2-stündiger Führung bedankten sich Manfred Schreiner und alle Teilnehmer an dieser Exkursion für die lebendige und engagierte Führung durch Frau Dr. Inhetveen. Der Kulturverein Mühlhausen e.V. hofft, so Manfred Schreiner, auch im nächsten Jahr wieder eine so interessante Exkursion anbieten zu können.

Hier sehen Sie Bilder von der Exkursion.