Exkursion am Sulzbürg


Bereits zum dritten Mal veranstaltete der Kulturverein Mühlhausen am Sonntag, 09.09.2012, unter der Leitung von Frau Heide Inhetveen eine Führung in Sulzbürg.
Nachdem bei den letzten beiden Führungen der jüdische Friedhof und die Wolfsteinergruft besichtigt werden konnten, war man dieses Mal auf den Spuren jüdischen Lebens unterwegs. Gestartet wurde vom Marktplatz aus, wo es zunächst zum besseren Verständnis eine kurze Einführung in den jüdischen Glauben und die jüdische Kultur gab. Mit großem Interesse haben wir vernommen, dass bis heute verschiedene Geschichten und Legenden zu den früheren jüdischen Mitbewohnern erzählt werden. Zum Beispiel lebten zu Zeiten des Nationalsozialismus eine Mutter mit ihrer Tochter und ihrem Sohn im "Weilhaus", das seit kurzem frisch renoviert in neuem Glanz erstrahlt. Mutter und Tochter wurden nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Der Sohn konnte entkommen. Über seinen Verbleib werden sich bis heute verschiedene Geschichten erzählt. Weiter ging es dann in Richtung "Kurvencafé", dessen Gegenüber das sogenannte "Esrahaus" war. "Esra" ist eine orthodoxe Jugendbewegung, die auch heute noch existiert und die dieses Haus damals für ihre Treffen nutzte. Von dort aus machten wir uns auf den Weg in die Schmiedgasse, wo man ein ehemaliges Schächthaus finden kann. Außerdem vermutet man, dass in der heutigen Hausnummer 11 die erste Synagoge in Sulzbürg war. Weiter ging unsere Wanderung durch das ehemalige Judenviertel, vorbei am heutigen Dorfladen. Frau Inhetveen zeigte uns die verschiedene Standorte früherer jüdischen Händler und die ältesten Häuser des Ortes. Ihren Höhenpunkt fand unsere Führung dann in Frau Inhetveen Haus, das auch unweigerlich mit der jüdischen Geschichte in Sulzbürg verwurzelt ist. Nachdem wir gespannt die Geschichte zu ihrem Haus gehört hatten, bekamen wir noch die Gelegenheit verschiedene Relikte jüdischen Lebens zu bestaunen. Darunter war beispielsweise der Schuh eines Händlers, an dem man deutlich erkennen konnte, wie weit damit wohl gelaufen worden war.

An dieser Stelle bedankt sich der Kulturverein nochmals sehr herzlich bei Frau Inhetveen, dass sie sich einmal mehr Zeit genommen hat und uns die jüdische Geschichte in Sulzbürg so anschaulich näher gebracht hat. Außerdem bedanken wir uns bei Allen für die zahlreiche Teilnahme, allen voran bei den vielen Teilnehmern aus unseren umliegenden Nachbargemeinden, die uns bei diesen Veranstaltungen immer wieder ihr Interesse bekunden.

Wir freuen uns schon heute auf die von Frau Inhetveen versprochene Führung im nächsten Jahr.
Manfred Schreiner, 1. Vorsitzender