Neumarkter Tagblatt 2000

Oldtimer-Club stolz auf das Geleistete

Mühlhausener feiern zehnjähriges Bestehen / Große Qualität der "Oldie"-Treffen.

MÜHLHAUSEN
(nhg). Die "Oldtimer Freunde" Mühlhausen feierten im Gasthaus Sitzmann ihr zehnjähriges Bestehen.
"Oldie" Chef Manfred Schreiner sagte in seiner Begrüßung, daß man mit Stolz und Freude auf das Geleistete zu- rückblicken kann,
denn das seit 1990 an der Mühlhausener Kirchweih stattfindende Oldtimer-Treffen zeichnet sich durch große Qualität und stetig steigender Teilnehmerzahl aus.
Anton Galler, damals gerade frisch gewählter Bürgermeister von Mühlhausen, regte eine Bereicherung der Mühlhausener Kirchweih, beispielsweise ein Oldtimer-Treffen an.
GalIer fasste mit Manfred Schreiner sogleich einen Mann ins Auge, der, wie sich herausstellte, für diese Aufgabe wie geschaffen war.
Manfred Schreiner unterstützt von Erwin Pfindel und Klaus Luckhardt stellte sich der Herausforderung und man ging sofort an die Arbeit.
Bei der ersten Auflage holte man die Motorräder, Traktoren und Autos zum Teil noch mit dem Lastwagen und stellte sie auf der Wiese neben dem Ludwigskanal zur Schau.
Fünfunddreißig Fahrzeuge konnten beim ersten Mal präsentiert werden.
Einen großen Boom erfuhr das Oldtimer- Treffen 1993,
Der erstmals veranstaltete Frühschoppen mit DixiBand erfreute sich großem Zuspruch und ist seit dem fester Bestandteil der Veranstaltung.
Manfred Schreiner rührte besonders kräftig die Werbetrommel, wobei ihm seine Tätigkeit bei Radio "Gong" Regensburg hier große Möglichkeiten eröffnete.
Was dann aber am Nachmittag an Oldtimern nach Mühlhausen kam, übertraf auch die kühnsten Erwartungen von Schreiner & Co.
Dieser Trend hat sich bis heute fortgesetzt und über 400 Fahrzeuge nehmen alle Jahre am Treffen teil.
Die König-Ludwig-Rundfahrt durchs "Landl" ist ebenfalls zur festen Einrichtung geworden und erfreut sich großer Beliebtheit. Auch die Bewertung und die damit verbundene Vergabe der Ehrenpreise erfordert alle Jahre großes Engagement der Organisatoren.
Große Verdienste hat hier Ernst König, der mit seinem Team durch hohes fachliches Wissen alle Jahre für eine gerechte Beurteilung der Fahrzeuge sorgt.

Doch wäre diese Großveranstaltung ohne Feuerwehr, THW und Gemeindeunterstützung nicht durchführbar.
Schreiner sprach allen Mithelfenden seinen Dank aus.

Ein Rückblick voller Freude auf die letzten zehn Jahre.

Neumarkter Tagblatt vom 07.08.2000

Trotz des Regens:

Freude an Oldys

Fans und Zuschauer zeigen Enthusiasmus

MÜHLHAUSEN
(nnojbr). Zehn Oldtimer-Treffen haben in Mühlhausen bei schönstem Wetter schon. Stattgefunden, beim elften Male regnete es.
Trotzdem konnten Bürgermeister Anton Galler und Organisator Manfred Schreiner gestern rund 150 Teilnehmer begrüßen, die sich mit Motorrädern, Traktoren und schön gepflegten alten Autos eingefunden hatten.
Obwohl in Spitzen-Jahren rund drei mal so viele Teilnehmer an die Sulz gekommen waren, zeigte sich Manfred Schreiner mehr als zufrieden:
"Angesichts des strömenden Regens sind wir rundum froh, dass es doch so gut läuft."
Auch die Zuschauer trotzten dem Regen, schließlich gab es eine Menge schönster, Fahrzeuge zu sehen.
Und viele Gäste waren auch zum Fachsimpeln gekommen. Sie hatten nicht nur optische Freude an den aufgestellten Fahrzeugen, sondern ließen sich Details haargenau erklären.
So mancher entdeckte ein Fahrzeug, mit dem er einst seinen Führerschein machte.

Auch die Lust an der traditionellen "König-Ludwig-Rundfahrt" am Nachmittag ließen sich die Oldy Freunde nicht verderben.
Rund 70 Fahrzeuge gingen auf den Kurs durch das Landl. Am Start wurden alle Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen dem Publikum vorgestellt.
Zurück beim Festplatz, folgte die mit Spannung erwartete Pokalverleihung.
Insgesamt 30 Pokale überreichte Manfred Schreiner, unterstützt von Katja Lutter und Norbert Lauer.
Die Sieger in den verschiedenen Kategorien:
Traktor: Georg Köllisch, Pyrbaum.
Nachkriegsauto: Helmut Junghans, Fürth.
Vorkriegsauto: Georg Rupp; Berching.
Altestes Motorrad: Frank Herzog, Schönberg.
Ältestes Gespann: Franz Pfaller, Rappersdorf.
Ältestes Nachkriegsgespann: Friedrich Beil, Handorf.
Weiteste Anreise: Johann. Roithinger aus Ried im Innkreis (Osterreich).

Neumarkter Nachrichten vom 07.08.2000

Die liebevoll restaurierten und herausgeputzten Oldtimer auf vier oder zwei Rädern waren auch heuer wieder ein Besuchermagnet bei der Mühlhausener Kirchweih.

Ein Uralt-Schnauferl war der Star

Eine Heinkel Perle erweckte Erinnerungen an Lehrlingsjahre - Ein Corso führte durch das Sulztal.

MÜHLHAUSEN
(ka) - "Auf der hab ich g'lernt. Das war ein Supergerät damals."
Der ehemalige Auto mobilverkäufer eines renommierten Neumarkter Autohauses, Kurt Laurer aus Muhlhausen kann es kaum fassen, dass beim großen Oldtimertreffen in Mühlhausen auch eine Heinkel Perle, Baujahr 1956, präsentiert wurde.
Lauer war von 1955 bis 1958 Lehrling im Autohaus Distler, das seinerzeit noch in der Badstraße residierte und neben der Ford- auch die Heinkelvertretung hatte.
"Die Heinkel Perle hat 49 Kubikzentimeter Hubraum und leistet 1,5 PS", weiß Kurt Laurer, der davon schwärmt, wie sie sich alle Lehrlinge um. die Probefahrten mit dem Moped "rissen".
Eine der Hauptattraktionen der diesjährigen Mühlhausener Kirchweih wieder das Oldtimertreffen, das Tausende von Besuchern nach Mühlhausen pilgern ließ.
Der leichte Nieselregen konnte der Veranstaltung fast nichts anhaben. Die Organisatoren um den Mühlhausener Fahrschulinhaber Manfred Schreiner hatten wieder alles bestens organisiert.
Und weil das Treffen mittlerweile weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist, meldeten sich etwa 400 Besitzer eines kurzatmigen Schnauferl bis zum gediegenen Lincoln Mark 4 Continental oder der Simca Aronda aus dem Jahre 1955 an

Musikalischen Bogen
Ab 10.30 Uhr spielte die Dixielandband "Hearts für Dixie" auf.
Sie spannte einen musikalischen Bogen beginnend mit dem Ursprung des Jazz vor mehr als 100 Jahren, als damals aus der von zwei Pferden gezogenen Kutsche ein stinkender und knatternder Motorwagen wurde, bis hin zum "modern Jazz" und dem Zeitalter der modernen elektronisch gesteuerten Benzin- und Dieselaggregate in den Fahrzeugen.
Währenddessen bewunderten die zahlreichen Besucher die ausgestellten Modelle, Motorräder aller Hubklassen und Nationalitäten, zum Beispiel eine "Böhmerland", eine "Indian" und jede Menge Motorräder aus der bayerischenen Motorschmiede, schließlich zahlreiche Vertreter der in Neumarkt gebauten Express "Radexi"
Große Bewunderung riefen hervor die bewährten Ford T-Modelle aus30er Jahren, als Henry Ford erstmals seine Autos im Fließbandverfahren fertigen ließ, oder so rassige Sportwagen mit dem klangvollen Namen "Austin Healey" und"Triumpf Tl"
Eine absolute Rarität war eine Imme R 100, ein Leichtkraftrad des in den 60er Jahren tödlich verunglückten Motorradbauers Riedel aus Immenstadt
Besonderheit des Gefährts: Einarmschwinge vorne und hinten, wobei die hintere Schwinge auch als Auspuff dient.
Der derzeitige Besitzer Friedrich Beil aus Seitersdorf hat. dasGefährt von Grund auf restauriert sein geschätzter Wert: 15 000 Mark.
Aber ich gebe meine Imme nicht her, sagt er, der noch weitere Oldtimer sein Eigen nennt.

Eine alte Dixi

Dann eine besondere Seltenheit: eine Dixi DA 1 Baujahr 1928, Dixi Werke Eisenach, gebaut kurz bevor die Münchner Autoschmiede das Werk übernahm. Nachfolgemodell war die nahezu baugleiche BMW Dixi.

Großes Publikumsinteresse erregten schließlich auch die zahlreichen Traktoren, die liebevoll restauriert worden sind, nachdem sie ihren Dienst auf Feld und Flur schon längst nicht mehr tun mussten, weil sehr viel PS-stärkere Nachfolgermodelle mit universell einsetzbarer Hydraulik sie ersetzten.

Gegen 13.30 Uhr erfolgte die Aufstellung zur König-Ludwig-Rundfahrt.
Zuerst fuhr ein Corso durch Mühlhausen, anschließend machte sich die Kolonne auf den Weg rund um Sulzbürg.
Zuerst ging es durch Bachhausen, dann an Körnersdorf vorbei nach Kerkhofen, Kruppach, Wettenhofen und Rocksdorf.
Nach dem Überqueren der Bundesstraße ging es im gemächlichen Tempo über Greißelbach nach Wappersdorf und Weihersdorf zurück zum Ausgangspunkt der Fahrt, dem Festplatz in Mühlhausen.
Im Festzelt wurden anschließend die 30 Pokale an die Sieger verteilt.
Bewertet wurden die schönsten und die ältesten Modelle.
Preise erhielten auch die Teilnehmer, die am weitesten angereist waren.

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